Neuigkeiten

29.06.2018, 08:51 Uhr
Helfer in schwierigen Lebenslagen
Besuch beim Gesundheitsnetzwerk Frater Eustachius in Bomlitz
 Bomlitz. Was tun, wenn man bei Krankheit und im Alter auf Hilfe angewiesen ist, Familienangehörige aber weit entfernt leben? Soziale Einrichtungen gibt es viele. Doch wie soll man in diesem Dschungel zielgerichtete Hilfsangebote finden? An diesem Punkt setzt das Gesundheitsnetzwerk „Frater Eustachius in Bomlitz“ ein. Als Helfer in schwierigen Lebenslagen haben es sich die Mitglieder zur Aufgabe gemacht, ihre Angebote zu bündeln, um älteren und hilfsbedürftigen Menschen schnelle unbürokratische Hilfe zu geben. Gudrun Pieper war der Einladung von Initiator Peter Jahnke nach Bomlitz gefolgt und ließ sich von den anwesenden Mitgliedern, Seniorenlotsen und Wegbegleitern über Probleme im Pflegebereich und den Nutzen einer solchen Vernetzung informieren.

 „Wenn es Frater Eustachius hier in Bomlitz nicht gäbe, hätten man sich vielleicht nie gefunden“, lobte Maria Klimek von der ‚24h Seniorenbetreuung mit Herz‘ die Netzwerkarbeit. Den richtigen Ansprechpartner habe man bei Fragen sofort parat und könne sich so ganz auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Das Netzwerk gibt großflächige Hilfestellung sowohl in den Bereichen Pflege und Betreuung, als auch auf dem Gebiet Beratung, Begleitung und Seelsorge. Mehr als 20 Institutionen haben sich hier bereits vernetzt, darunter der Ambulante Pflegedienst in Benefeld, die Johanniter, der Paritätische Verein Heidekreis mit der Sozialstation Bad Fallingbostel und der Tagespflege Teestuv Bomlitz, der Senioren- und Pflegestützpunkt beim Landkreis Heidekreis, der Ambulante Hospizdienst und die Trauerbegleitung des Onkologischen Arbeitskreises (beide in Walsrode), die Ortsverbände von SoVD und VdK, das Heidekreis-Klinikum sowie die evangelische Paulus Kirchengemeinde und die katholische Kirchengemeinde Sankt Maria.  Peter Jahnke berichtete, dass zuerst bei einigen Partnern die Sorge bestand, es könne ein Konkurrenzkampf entstehen. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Der heutige Pflegenotstand lässt ein Konkurrenzdenken nicht zu. Jeder wirbt auch mit für den anderen und hilft den Ratsuchenden weiter.“ Beispielsweise müsse die Sozialstation Bad Fallingbostel, aufgrund von Fachkräftemangel, pro Woche drei bis fünf Personen ablehnen. „Wir arbeiten permanent an unserer Belastungsgrenze, möchten den Menschen aber weiterhin Qualität bieten. Uns bleibt keine andere Möglichkeit“, informiert Angelika Donner. Man sei daher sehr froh, diese Menschen ggf. auch an andere Einrichtungen verweisen zu können. Unter der Service-Hotline 0700/29699000 ist das Netzwerk ständig erreichbar.

Um die Qualität in der Pflege aufrecht zu erhalten und um neue Qualitätsstandards zu schaffen, hat das Land Niedersachsen im Jahre 2017 eine Pflegekammer gegründet, die alle Kranken- und Altenpflegekräfte zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft verpflichtet. Alle Anwesenden zeigten sich sehr besorgt über diese Entwicklung, da es weder eine Altersvorsorge gibt, wie bei Kammern anderer Berufsgruppen, noch ein Mitspracherecht bei Pflegesatzverhandlungen. Pflegehelferinnen und -helfer werden darüber hinaus nicht in die Kammer aufgenommen. Gudrun Pieper betonte: „Eine solche Institution geht an den Interessen der Pflegenden vollständig vorbei. Gute Pflege kann nur ganzheitlich erfolgen, gemeinsam mit Pflegehilfskräften und Pflegefachkräften. Der Austausch der Mitglieder über eine Institution wie ‚Frater Eustachius in Bomlitz‘ kann dazu beitragen, eine hohe Qualität der Zusammenarbeit im Pflegebereich und damit Verbesserungen für alle längerfristig auch im gesamten Heidekreis zu erreichen.“

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon