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Neuigkeiten
28.07.2021, 08:55 Uhr
Mix aus Alt und Neu gefragter denn je
 Rethem. Bauen mit wiederverwendeten Materialien boomt. Beim derzeitigen Baustoffmangel und den explodierenden Preisen in der Baubranche sind historische Baustoffe eine echte Alternative. Bei Familie Prenzel in Rethem ließ sich Gudrun Pieper MdL, die von der CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzenden Renate Rodewald begleitet wurde, in die Kunst des Aufarbeitens alter Bauelemente einweisen.

Anstatt sie achtlos dem Abriss zu überlassen, werden sie werterhaltend geborgen und dann restauriert. Das ist das Spezialgebiet von Sabine und Alexander Prenzel. Damit haben sie einen Nischenmarkt für sich entdeckt. Durch die steigende Nachfrage wurde ein größeres Lager nötig, so dass Prenzels vor einem Jahr an den Galgenberg in Rethem gezogen sind. Gudrun Pieper, die damals bei der Beantragung der Förderung helfend zur Seite stand, freut sich, dass der Umzug letztlich so erfolgreich verlaufen ist. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass Fördermittel in unsere Region fließen. Da bin ich gerne behilflich, wenn es um die Bewältigung der Antragsflut geht“, so Pieper. „Mittelständische Unternehmen sind unser starkes Rückgrat. Ihre Weiterentwicklung muss deshalb nachhaltig unterstützt werden.“

Was als kleines Liebhaberprojekt begann, hat sich über die Jahre etabliert. Mittlerweile kümmern sich fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Aufbereitung alter Dachpfannen, Ziegelsteine, Türen, Fenster, Fliesen u.v.m. Auch Sohn Hendrik ist in das Geschäft mit den historischen Baustoffen eingestiegen. Der 22-jährige hat die Firma „Althausrecycling Prenzel GmbH“ gegründet. „Wir haben festgestellt, dass Abrissfirmen in der Regel auf Tempo ausgelegt sind und wenig Wert auf Erhaltung legen. Unser Sohn übernimmt die Abbauten für uns mit Ruhe und Feingefühl“, erklärt Sabine Prenzel. Trotz aller Vorsicht können am Ende jedoch nur 50 Prozent der Baustoffe wiederverwendet werden. „Es kommt vor, dass der Kunde deshalb nicht die benötigte Menge seiner ausgewählten Bodenfliese bekommt. Wir geben dann Tipps wie man Akzente setzen kann“, berichtet Alexander Prenzel. Der Mix aus Alt und Neu sei gefragter denn je.

Dabei sind historische Baustoffe oft nicht wesentlich teurer als neue Ware. Ein handgeformter Ziegelstein mit seiner einzigartigen und unverwechselbaren Beschaffenheit kostet bspw. 1,19 €. Maschinengeformt und in Masse produziert hat er einen Preis von 1 €.

Es mache Sinn, so Prenzel, dass man bei Neubauten zuerst Ausschau nach den benötigten historischen Baustoffen hält, um danach das Haus entsprechend anzupassen. „Man kann hier nicht aus dem Katalog bestellen. Wir gehen zwar für unsere Kunden gerne auf die Suche, können aber nicht jeden Wunsch erfüllen.“ Die beachtliche Auswahl auf dem Rethemer Betriebsgelände dürfte jedoch kaum Wünsche offenlassen. Allein 600 Türen warten auf eine neue Chance gebraucht zu werden. Jede davon ist einzigartig. Gudrun Pieper zeigte sich beeindruckt und versprach wiederzukommen: „Ich sehe hier noch sehr viel Potential. Das handwerkliche Bauen und die Anerkennung für alte Handwerkstraditionen gewinnen langsam wieder an Bedeutung. Außerdem spielt der Nachhaltigkeitsaspekt in allen Bereichen eine immer größer werdende Rolle. In anderen Ländern wie Großbritannien, Italien oder Frankreich ist das Weiterverwenden von Materialien weit verbreitet. Historische Baustoffe müssen als Ressourcen gesehen werden, die man kreativ mit modernen Komponenten kombinieren kann.“