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21.05.2008, 16:21 Uhr
Besuch von Gudrun Pieper bei der Kreishandwerkerschaft
Bad Fallingbostel. „Sollte das Landesvergabegesetz wirklich zum 31.12.2008 außer Kraft gesetzt werden, würde das eine große Gefahr für das mittelständische Baugewerbe bedeuten.

Leider wird diese Brisanz nicht richtig erkannt“, so äußerte sich Kreishandwerksmeister Reiner Bleckmann bei einem Treffen mit der Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper (CDU) und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Celle/Soltau-Fallingbostel Jürgen Böckmann.

Setzen sich auf niedersächsischen Baustellen osteuropäische Tarife in Höhe von nur wenigen Euro durch, so bleibt vielen niedersächsischen Bauunternehmen nur die Insolvenz und den Arbeitnehmern die Arbeitslosigkeit. „Dieser Trend zeichnet sich bereits ab und wird 2008/2009 noch anziehen“, so die Einschätzung von Bleckmann.

„Um ein solches Szenario zu verhindern, müsse auf europäischer Ebene nicht nur der Druck erhöht werden, sondern sind wir auch im Land gefordert mit dem Landesvergabegesetz die Bedingungen anzupassen“, so Pieper. „Eine Möglichkeit wäre, die Ausschreibungen in kleinere Fach- und Teillose zu unterteilen“, bemerkte Jürgen Böckmann. Er ergänzte: „Im Großen und Ganzen sollte man wieder mehr auf Qualität statt Quantität setzen.“

Der nächste zentrale Punkt an diesem Tag war die Erneuerung des Schornsteinfegergesetzes. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die Stellung des Bezirksschornsteinfegers mit seiner hoheitlichen Aufgabe der Kontrolle und Überprüfung von Feuerstätten für einen Übergangszeitraum von sieben Jahren unangetastet zu lassen. Gleichzeitig eröffnet das neue Gesetz den Schornsteinfegern die sofortige Möglichkeit, in das Wartungsgeschäft einzusteigen. „ Dies gefährdet in unserem Handwerk qualifizierte Arbeitsplätze “ , fasst Bleckmann die Stimmung an der Handwerksbasis zusammen.

Das Sanitär- und Heizungsfachpersonal hat so einen großen Wettbewerbsnachteil. „Hier ist eine Gleichstellung wichtig!“ ergänzte Gudrun Pieper.

Angesprochen wurde auch das Thema Ausbildung. Sehr oft mangele es an der Qualifikation der Auszubildenden. Dies betrifft sowohl die Kompetenz, die Motivation und das Verhalten der Jugendlichen. Zudem sind die Anforderungen in den Lehrberufen gestiegen, so dass Hauptschüler diesen oft nicht mehr genügen können. Oft wissen die Schulabgänger nicht, welche Berufe in der Region vorhanden sind und welcher Beruf am ehesten den Stärken und Neigungen der Jugendlichen entspricht. „Auch viele Praktikanten haben noch gar keine Vorstellung vom Arbeitsalltag. Um den Schülern die einzelnen Berufe näher zu bringen werden in vielen Schulen Berufsinformationstage angeboten.“ erläuterte Böckmann. Weiterhin setzt er auch auf die Unterstützung vom neu eingerichteten Bildungsbüro und der Eltern. Gudrun Pieper begrüßte das und nahm dieses Gespräch als gute Basis, um weiterhin im Dialog zu bleiben.

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