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10.07.2019, 10:17 Uhr
Den Tagen mehr Leben geben
   Dorfmark. Seit Oktober 2018 Jahren gibt es das Hospizhaus Heidekreis in Dorfmark. Bereits zu offiziellen Terminen war CDU Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper in der Einrichtung, doch nun besuchte sie im Rahmen ihrer Sommertour das Hospizhaus, um sich viel Zeit mit den Mitarbeitern im gemeinsamen Gespräch zu nehmen und sich ein umfassendes Bild von der Arbeitsweise im Hospiz zu machen. Dabei wurde sie von der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Wiebke Ehlers begleitet. Kurator Hubertus Greiner, Seelsorgerin Almut Eckardt und die stellvertretende Pflegedienstleiterin Alexandra Clausing berichten den Politkern aus dem Arbeitsalltag. Oberstes Ziel, sei es, die Gäste auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten und ihnen ein würdevolles Dasein zu ermöglichen.

Dem Leitsatz folgend „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, bietet das Hospizhaus in Dorfmark einen geschützten Ort, an dem Menschen mit fachlich kompetenter und liebevoller Begleitung ihren letzten Lebensweg in Würde gehen können. „Dazu tragen unter anderem das Erfüllen letzter Wünsche, Seelsorge-Angebote, und demnächst auch ehrenamtliche Hospiz-Helferinnen und -helfer der Johanniter bei“, berichtete Eckardt. Was die Wenigsten erwarten, sei, dass in der Einrichtung auch viel gelacht werde. Die höchste Priorität habe der eigene Wille der Gäste „Wir versuchen alles möglich zu machen, was geht“, sagte die Seelsorgerin und erzählte eine Anekdote, in der ein schwerkranker Mann noch einmal die perfekte Currywurst mit Pommes essen wollte. „Wir haben die Wurst von seiner Lieblings-Imbissbude geholt und spontan gemeinsam ein Currywurstessen veranstaltet.“ Das Hospiz ist ein Haus mit acht Betten in Einzelzimmern. Die überschaubare Größe ermöglicht eine familiäre Atmosphäre. Dabei kann die Aufenthaltsdauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten betragen. Nach dem Ableben eines Gastes wird im Team entschieden, wann sein Zimmer wieder neu belegt wird. „Wir haben hier eine sehr enge Beziehung zu den Menschen. Da kann man nicht sofort zur Alltagsroutine zurückkehren, sondern benötigt Zeit zum Abschiednehmen“, machte Alexandra Clausing deutlich. Großen Wert legen Vorstand und Mitarbeiter auf das „Wie zu Hause leben“. Deshalb werden stets Familien, Freunde und Angehörige miteinbezogen. Ein Gästezimmer ermöglicht es Angehörigen, zeitweilig mit im Hospiz zu wohnen. Gudrun Pieper war voll des Lobes über die Arbeit im Hospiz: „Das Haus strahlt sehr viel Ruhe und Geborgenheit aus und vermittelt so ein Gefühl von Heimat.“ Positiv bemerkte sie, dass das Gebäude mitten in der Gemeinde liege, die Patienten also dem Alltagsleben folgen können. Dies bestätigten auch die Mitarbeiterinnen und hoben das gute Verhältnis zu den Nachbarn und zum Heimatverein hervor, der sich sogar in die Arbeit des Hauses einbringt, zuletzt beim Tag der offenen Tür. Auch wird das Hospizhaus demnächst von der Freiwilligen Feuerwehr Dorfmark, auf Initiative von Pieper und dem CDU Kreisvorsitzenden Gerd Engel, in Form von ehrenamtlicher Arbeit auf dem Gelände unterstützt. Abschließend hob die Abgeordnete hervor, dass Sterben, Tod und Abschied genauso zum Leben gehören, wie die Geburt eines Menschen. „Es ist wichtig, dass wir das Sterben mit ins Leben holen, beispielsweise durch Aussegnungen, die in der heutigen Zeit nicht mehr so geläufig sind. Dabei fällt dem Hospizhaus eine entscheidende Rolle zu, denn hier wird signalisiert, dass keiner den letzten Weg alleine gehen muss.“

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