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21.02.2018, 10:56 Uhr
Flächenfaktor darf nicht vernachlässigt werden

Über die aktuelle Situation der Polizei im Heidekreis hat sich die CDU Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper vor Ort informiert. Bei der Polizeiinspektion Heidekreis in Soltau diskutierte sie mit dem Inspektionsleiter Stefan Sengel, Kriminaloberrat Karsten Lemke und Polizeioberrat Holger Burmeister. Insbesondere ging es um die personelle Ausstattung der Polizei sowie die Besoldungsfrage, nachdem die neue Landesregierung im Koalitionsvertrag zusätzliche Beamte und verkürzte Wartezeiten für Beförderungen festgeschrieben hat.

von links: Holger Burmeister, Gudrun Pieper, Stefan Sengel und Karsten Lemke
Soltau -

Dass die Arbeit für die Beamten der Polizei bei uns im Heidekreis mit einer großen Belastung verbunden ist, wurde der Abgeordneten deutlich vor Augen geführt. "Wir betreuen ca. 140.000 Einwohner, die auf einer Fläche von knapp 1.900 km² verteilt sind, zusätzlich über 13 Mio. Touristen, die hier im Heidekreis verweilen", erläuterte der PI-Chef. Die 350 Mitarbeiter müssten dabei im Vergleich weitere Entfernungen zwischen einzelnen Ortschaften einplanen und damit einen größeren Zeitverlust, als die Kollegen vieler anderer Inspektionen. In jedem Fall werde die Arbeit nicht weniger. Im Gegenteil: ausscheidende Beamte, Krankheit, Mutterschutz, Elternzeit und kurzfristig versetzte Beamtinnen und Beamte - all das verschärfe die Personalsituation deutlich. „Vor diesem Hintergrund sind wir natürlich froh, dass 1500 zusätzliche Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden sollen. Allerdings haben wir die Vermutung, dass der Heidekreis davon nicht übermäßig profitieren wird“, sagte Stefan Sengel. Gudrun Pieper ergänzte, dass bei der Bemessung der Polizeistellen, neben der Kriminalitätsentwicklung, der Flächenfaktor stärker berücksichtigt werden muss, um die Polizeipräsenz im ländlichen Raum zu stärken.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus Sicht der Polizei war die Beförderungssituation. Die Wartezeiten zwischen den Besoldungsstufen seien zu lang, so die Polizisten. Es sei kein Einzelfall, dass Polizeibeamte mit A9 in Pension geschickt werden, bemängelt Karsten Lemke. Da sei es kein Wunder, wenn Kollegen in andere Bundesländer, in denen es eine höhere Besoldung und bessere Aufstiegschancen gibt, abwandern. Pieper erklärte, dass der ausgehandelte Koalitionsvertrag vorsieht die Wartezeiten von A9 nach A10 auf deutlich unter 10 Jahre zu reduzieren. Jedoch sei dies nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Die Arbeits- und Besoldungsbedingungen der Polizeibeamtinnen und - beamten müssen so gestaltet sein, dass das Engagement für diesen Dienst auch entsprechend gewürdigt wird. Ohne deutliche Besoldungserhöhung und bessere Beförderungschancen wird der Polizeidienst nicht attraktiver werden.“

Positiv hob Sengel die aktuelle Aufklärungsquote im Allgemeinen und die im Bereich der Einbruchskriminalität im Besonderen hervor: „Wir können mit Stolz berichten, dass wir durch die Fokussierung auf dieses Gebiet eine sehr gute Aufklärungsquote erreicht haben.“ Die Landtagsabgeordnete zeigte sich erfreut, dass die Beamtinnen und Beamten trotz schwieriger struktureller Umstände derart motiviert ihren Dienst leisten. „Dies ist nicht nur ein Prädikat der ausgezeichneten Polizeiarbeit, sondern hält viele Menschen von kriminellen Taten ab und stärkt damit auch unser Sicherheitsgefühl“, so Pieper abschließend.

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