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04.07.2017, 19:14 Uhr | Klaus Müller
„Wir müssen uns um unsere ausländischen Auszubildenden noch mehr kümmern“
Gudrun Pieper besucht das ANDERS und lernt ein Vorzeigeprojekt für Integration mit Ausländern kennen
Walsrode(mü). „Wir müssen uns noch mehr um unsere ausländischen Auszubildenden kümmern. Müssen praktisch Vater und Mutter ersetzen. Und die Probleme, die es immer noch in der Kommunikation mit den Behörden gibt, müssen reduziert werden." Das geht am besten mit einem Gespräch am Runden Tisch.
Völlig einig waren sich Gudrun Pieper, CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Heidekreis und Reimer Eisenberg, Direktor des Tagungs- und Familienhotels ANDERS Walsrode bei einem intensiven Gedankenaustausch, den die beiden am Mittwoch im Hotel führten. Das ANDERS Hotel Walsrode gilt mittlerweile als Vorzeigeprojekt, wenn es um die Ausbildung junger ausländischer Azubis im Heidekreis geht. Gerade haben zwei junge Spanier nach dreijähriger Ausbildungszeit im ANDERS ihre Prüfung mit Bravour bestanden und Festverträge für das Hotel erhalten. Auch Azubis andere Nationen lernen hier im Haus. Und nun kommen im Rahmen eines Landkreis-Projektes zwei weitere Azubis aus Spanien neu dazu. Eisenberg: „Wir werden uns natürlich genauso intensiv um sie kümmern.“ Eisenberg schilderte die teilweise heftigen Probleme, die er mit Behörden hatte, nur damit ein Flüchtling in Deutschland, im ANDERS, seine Ausbildung erhalten kann, leichter war es mit EU - Projekten. Noch immer gebe es bis heute auch bei den verschiedensten Deutsch-Kursen, die im Heidekreis angeboten werden, keine zentrale Kommunikation und Informationsstelle. Alvaro, frischgebackener Hotelfachmann: „Ich würde mein Deutsch gern noch verbessern und suche einen Kurs, der es auch zeitlich ermöglicht, als Fortgeschrittener daran teilzunehmen.“ Der junge Spanier sagt auch: „Ich habe hier mit den Kollegen eine neue Familie gefunden und möchte gern im ANDERS bleiben.“ Gudrun Pieper, die im Landtag im Europa-Ausschuss ähnliche Probleme kennt, traf im ANDERS auch auf den Nepalesen Kishan, der zurzeit ausgebildet wird. Kishan ist Flüchtling aus einem Nicht-EU-Land. Das macht alles noch schwieriger. Der fröhliche junge Mann, der vor drei Jahren noch kein Wort Deutsch sprach, ist in Walsrode angekommen, muss sich aber immer wieder noch bei der Auslandsbehörde melden und hat große Angst davor, was nach Abschluss seiner Lehrzeit mit ihm passiert. Die Landtagsabgeordnete nimmt sich dieser Frage an, sagte sie Reimer Eisenberg und Kishon zu. Zumindest das Programm Ausbildung + 2 Jahre nachfolgend garantierter Aufenthalt müsste doch fest zugesagt werden. „Wir tun gut daran, uns mehr und intensiver um die ausländischen Arbeitskräfte zu kümmern, wir benötigen ja dringend Auszubildende und die müssen danach hier bleiben können, wenn die Integration gut geklappt hat.“ Ein weiteres Thema des Vormittags war der Tourismus im Heidekreis. Gudrun Pieper: „Ich bin und bleibe ein Fan einer Heide-Card.“ „Die aber kaum kommen wird“, schätzt der Hotelier, der gerade vor dem Sparkassentag in Hannover einen vielbeachteten Vortrag hielt. „Wir müssen in der Heide die Kräfte entscheidender bündeln und die Tourismus Mittel nicht mehr mit der Gießkanne verteilen“, forderte Eisenberg. Dazu müsse der Rücken der Tourismus-GmbH gestärkt werden. „So wie das Land Tirol nur mit einem einzigen „Tirol“-Schriftzug und Logo werbe und die Orte danach zunächst erst mal nicht im Vordergrund stehen, sollte auch die „Lüneburger Heide“ mehr Gelder bündeln und präsenter sein. Leuchttürme und LHG sollten endlich mehr gemeinsame Sache machen und breite Ziele wirkungsvoller angehen.“

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