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22.04.2016, 08:22 Uhr
Die Abwärtsspirale durchbrechen
 

Soltau. Eine echte Alternative zum herkömmlichen Jugendarrest bietet der Verein Sprungbrett e.V., der sich seit 1987 um straffällig gewordene Jugendliche kümmert. Die Sozialpädagogen Thorsten Sauer, Saira Hussain und Sozialwissenschaftlerin Andrea Löding sind für die Jugendlichen im gesamten Heidekreis im Einsatz. CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper besuchte den Verein, der auch ein Büro in Walsrode betreibt, um sich über die tägliche Arbeit und die finanzielle Situation zu informieren.

 

„Wir unterstützen Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren, die straffällig geworden sind, bei der Durchführung von Betreuungsweisungen, Arbeitsauflagen und Täter-Opfer-Ausgleichsverfahren. Seit 2011 bieten wir auch ein Anti-Gewalt-Training an. Die Jugendlichen werden uns meistens gerichtlich zugewiesen. Teilweise suchen sie aber auch selbstständig Hilfe.“, berichtet Vereinsleiter Thorsten Sauer.

Die Jugendlichen erleben hier, wie sie die Abwärtsspirale durchbrechen können. Entscheidend dabei ist: die Jugendlichen müssen erfahren, dass es jemanden gibt, auf den sie sich verlassen können und der ihnen zeigt, dass Lösungen auch gewaltfrei möglich sind. "Die Rückfallquote ist bei uns nur halb so hoch wie die des Jugendarrests und unterstreicht damit den Erfolg unseres Vereines. Wir ermöglichen den Jugendlichen den Schritt zurück in ein normales, geregeltes und straffreies Leben.“, erläutert Sauer weiter.

Finanziert wird das Projekt von Landkreis und vom Land Niedersachsen. Bußgelder und Spenden stellen leider nur eine geringe Einnahmequelle dar. Diese Summe allein reicht, durch den gestiegenen Personalbedarf, jedoch nicht mehr aus. „Unsere Rücklagen halten uns noch über Wasser. Doch das wird nicht lange möglich sein“, berichtet Kassenwart Stefan Kreipe besorgt. Dieses Problem beträfe jedoch nicht nur den Verein in Soltau. Auch andere Träger in Niedersachsen hätten finanzielle Probleme, berichtet Kreipe weiter. Gudrun Pieper informiert die Beteiligten, dass diesbezüglich bereits im letzten Jahr die Vereine, wie auch Sprungbrett, im Haushaltsplan des Landtages berücksichtigt werden sollten. Dies wurde jedoch von  der rot/grünen Regierungsfraktion abgelehnt. Pieper will nun einen erneuten Vorstoß bei den kommenden Haushaltsberatungen wagen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

"Der Verein Sprungbrett ist ein gelungenes Beispiel wie straffällig gewordenen Jugendlichen, außerhalb von geschlossenen Vollzugseinrichtungen, ein Weg zurück in die Gesellschaft ermöglicht werden kann. Die Einnahmesituation muss dringend verbessert werden. Anderenfalls muss Personal eingespart werden, was zur Folge hat, dass wieder mehr Jugendarreste angeordnet werden müssen. Dieser Rückschritt muss verhindert werden, zumal die Erfolgsquote von über 53% ein deutliches Votum für die gute sozialpädagogische Arbeit ist.“, erklärt Gudrun Pieper abschließend.  

 

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