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22.05.2015, 08:29 Uhr
Förderschulen sind keine „Restschulen“
Gudrun Pieper besucht Pestalozzi-Schule
Die Nachfrage nach Förderschulplätzen für den Förderbedarf Soziale und Emotionale Entwicklung (ES) und Geistige Entwicklung steigen an der Pestalozzi-Schule in Walsrode stetig – trotz zukünftiger inklusiver Beschulung. Das neue Schulgesetz sichert zwar vorerst den Erhalt dieser Förderschulen zu, doch sind die Rahmenbedingungen nicht geregelt. Zusammen mit Schulleiter Florian Lies und Sven Hübner, Geschäftsführer Erziehung und Bildung Nord der Pestalozzi-Stiftung erörterte CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper dieses und weitere Themen bei ihrem Besuch der Pestalozzi-Schule.
Walsrode - Die zunehmenden Schülerzahlen, besonders in den Klassen 1 und 2, bereiten Florian Lies und Sven Hübner Sorge. „Wir bekommen mittlerweile sogar die ersten Rückläufer aus den Regelschulen, die an der Inklusivbeschulung scheitern.“, erklärt Lies. Gudrun Pieper, die als heilpädagogische Fachkraft auch die Schattenseiten der Inklusion kennt, führt an, dass manche Kinder im großen Rahmen einer Regelschule überfordert seien. Die Arbeit der Förderschulen, mit kleinen Lerngruppen, sei an Regelschulen nicht immer zu leisten, da die nötigen Rahmenbedingungen fehlen. Gerade diese Arbeit dürfe man nicht abwerten. Lies sieht eine steigende Gefahr darin, dass die Förderschule zur "Restschule" für Kinder, die nicht inklusiv beschult werden können, degradiert werden könnte. „Wir sind vielmehr eine individuelle Betreuung auf Zeit. Unsere Förderschule ist eine Durchgangsschule, das heißt unser oberstes Ziel ist die Rückschulung der Schüler und Schülerinnen an die Regelschule.“, bekräftigt Hübner. Zudem fehlt den beiden Experten die Einbindung in schulpolitische Prozesse. „Als Privatschulträger finden wir als Letztes Gehör. Auf drängende Fragen in der Praxis bekommen wir keine Antworten.“, bemängelt Hübner. Es sei wichtig, dass Förderschulen als Gewinn für die Gesellschaft begriffen werden. Pieper bestätigt das: „Es können nur demokratische Beschlüsse gefasst werden, wenn die Meinungen aller Seiten gehört wurden.“ In diesem Zusammenhang bot sie Lies und Hübner an im Rahmen einer schulpolitischen Veranstaltung am 8. Juni in Walsrode mit dem schulpolitischen Sprecher Kai Seefried diese Thematik zu diskutieren.

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