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17.02.2015, 18:47 Uhr
Gudrun Pieper: Lücken in der Unterrichtsversorgung
„Turbo-Inklusion“ hinterlässt Spuren – Arbeitszeiterhöhung für Gymnasiallehrer ist versickert
Heidekreis. Die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper hat der rot-grünen Landesregierung vorgeworfen, die zur Verfügung stehenden Lehrerstunden nicht gerecht auf die Schulen des Landes zu verteilen. „In der Unterrichtsversorgung klaffen große Lücken. Insbesondere die Oberschulen und die Förderschulen sind landesweit nicht gut genug mit Lehrern versorgt“, kritisiert die Abgeordnete und verweist auf die ausführliche Antwort auf eine Landtagsanfrage der CDU-Fraktion (Drs. 17/2878). Bei den Oberschulen und auch bei den Hauptschulen liege die Unterrichtsversorgung landesweit sogar unter 99 Prozent. Auch bei den Realschulen sei im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang spürbar.
Kultusministerin Heiligenstadt (SPD) teilt in ihrer Antwort auf die CDU-Anfrage mit, dass die durchschnittliche rechnerische Unterrichtsversorgung in zehn niedersächsischen Landkreisen im laufenden Schuljahr weniger als 100 Prozent beträgt. Wie Pieper beim Ministerium erfragt hat, liegt die Unterrichtsversorgung im Heidekreis über dem landesweiten Durchschnittswert von 101,0 Prozent. Er beträgt durchschnittlich im Heidekreis 102,7 Prozent. Dramatisch sei die Situation vielerorts an den Förderschulen. Landesweit liege die Unterrichtsversorgung nur bei durchschnittlich 95,5 Prozent, in einzelnen Landkreisen gar unter 85 Prozent. Im Heidekreis beträgt sie an den Förderschulen 95,8 Prozent. „Der Kurs der rot-grünen ‚Turbo-Inklusion‘ hinterlässt Spuren. Der Lehrermangel bei den Förderschullehrern ist in den Schulen deutlich sichtbar. Es ist unverantwortlich, dass in dieser Situation nun auch noch weitere Förderschulen aufgelöst werden sollen. Wenn es zu wenig spezialisierte Lehrer gibt, kann es doch keine Lösung sein, noch mehr Kinder mit Unterstützungsbedarf in die Regelschulen abzugeben“, sagt Gudrun Pieper. Der auf dem Papier gute Wert der Gymnasien (102,9 Prozent) sei der von der Kultusministerin angeordneten Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrer um eine Stunde geschuldet, so Pieper. „Ministerin Heiligenstadt hat es geschafft, bei der Versorgung der Gymnasien wieder den Wert von 2012, vor dem Regierungswechsel, zu erreichen. Leider mit dem Schönheitsfehler, dass die Lehrer an den Gymnasien nun eine Stunde mehr arbeiten müssen als damals. Die zusätzliche Stunde, die die SPD-Ministerin den Lehrern aufgebrummt hat, ist also bereits vollständig im Gesamtsystem versickert“, kritisiert die Abgeordnete. „Darüber hinaus hat es die Ministerin zu verantworten, dass Lehrer vielerorts aus Protest die Klassenfahrten ausfallen lassen.“ Gudrun Pieper verweist darauf, dass der vom Ministerium mitgeteilte Wert aus September 2014 stammt. Zum Einstellungstermin am 1. Februar 2015 seien den Gymnasien landesweit lediglich 85 Lehrerstellen zur Verfügung gestellt worden, bei insgesamt 900 Stellen. „Nur jedes dritte Gymnasium konnte zum Halbjahr Lücken in der Unterrichtsversorgung schließen. Die Ministerin wirtschaftet weiter auf Kosten der beliebtesten Schulform. Im Moment mag dies dank der Arbeitszeiterhöhung noch tragen, aber mit der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums werden bald zusätzliche Lehrkräfte benötigt“, warnt Pieper. Die Abgeordnete hat außerdem die Unterrichtsversorgung an allen Schulen im Heidekreis durch das Kultusministerium ermitteln lassen. Auffällig ist auch hier, dass sowohl die Förderschule am Walde in Bad Fallingbostel mit einer Unterrichtsversorgung von 85,6 % als auch die Förderschule Hans-Brüggemann in Walsrode mit 88,5 % mit Abstand das Schlusslicht bilden. Die Förderschule an der Alten Leine ist mit einer Unterrichtsversorgung von 95,5% etwas besser aufgestellt.

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