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18.07.2014, 08:29 Uhr
Handwerk verdient mehr Anerkennung
Ahlden. Kleine- und mittelständische Betriebe standen kürzlich auf dem Programm der Sommertour der CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper. Gemeinsam mit Gemeindeverbandsvorsitzendem Günther Drewes besuchte sie die Bau- und Möbeltischlerei und Bestattungen Rolf Kreth in Ahlden. Der Tischlermeister führt hier seit 2000 einen Zweimannbetrieb.
Pieper erfuhr, dass ein Schwerpunkt der Tischlerei mittlerweile auf der individuellen Herstellung für Bauten, Einbauschränken, vor allem für Dachschrägen oder auch maßangefertigten Möbeln liegt. Dabei verwendet Rolf Kreth hochwertige Materialien und auf Wunsch auch kunststoffbeschichtete Platten: „Für die Kunden ist das die günstigere Alternative. Außerdem kann man heutzutage selbst als Fachmann auf den ersten Blick nur schwer erkennen, ob es sich um Echtholz oder Furnier handelt.“
Er bedauert, dass potentielle Kunden vorrangig Möbel aus von der Industrie kaufen, um dann zuhause festzustellen, dass sie nicht dem entsprechen, was sie sich vorgestellt haben. Erst dann kommt der Tischler zum Einsatz und wird um Nachbesserung gebeten. „Leider bekommt das Handwerk oft nicht die Anerkennung, die es verdient. Dabei ist dieser Wirtschaftszweig besonders wichtig. Die mittelständischen Betriebe sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie füllen mit ihrem 'Know-how' die Lücken, die ein Baumarkt bzw. industriell angefertigte Waren nicht schließen können. Außerdem sind sie Gewerbesteuerzahler, die unseren Kommunen noch mit ihrem Beitrag Spielraum ermöglichen“, betonte die Abgeordnete.
Mittlerweile gehört auch das Bestattungswesen zu einem bedeutenden Standbein von Rolf Kreth. Im Trauerfall regelt er alle Angelegenheiten einer würdevollen Bestattung und erledigt die anstehenden Formalitäten für die Hinterbliebenen. 20-30 Särge und verschiedene Urnen hat er immer vorrätig.
Hier ist es besonders die Bürokratie, die Herrn Kreth die tägliche Arbeit erschwert. Mittlerweile verlangt das Standesamt zusätzlich bei allen Verstorbenen die Vorlage einer Geburtsurkunde, um den Tod beurkunden und die Sterbeurkunde ausstellen zu können. Die alte Regelung, dass nur bei ledigen Verstorbenen die Vorlage der Geburtsurkunde verlangt wurde und bei Verheirateten zum Beispiel die Heiratsurkunde ausreichte, wurde geändert. Doch die Angehörigen haben teilweise keine Kenntnis über den Geburtsort des Verstorbenen. In manchen Fällen liegt der Geburtsort auch im Ausland. Dann geht die mühsame Suche los. Wenn die Unterlagen dem Standesamt nicht in kurzer Zeit vorliegen, wird die Bestattung zwar vorgenommen, doch das fehlende Dokument muss in jedem Fall nachgereicht werden. Gudrun Pieper, die das Ausmaß über die bürokratischen Hindernisse in der Praxis nicht kannte, will sich über die Praxistauglichkeit im Bestattungsgesetz informieren. „Sollte hier eine Lücke im Gesetz sein, müssen wir sie auf Landesebene schließen", bemerkte Pieper abschließend.
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