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19.09.2012, 10:49 Uhr
Für 5€ ein Pferd kaufen
Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper besucht Vollblutgestüt in Riepe
Riepe. Mit sieben Stuten ist das Gestüt Riepegrund das kleinste von vier Vollblutgestüten im Heidekreis. Als staatlich anerkannten Zuchtbetrieb mit privatem Rennstall hat sich Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Wiesner durch züchterische und reitsportliche Erfolge überregional einen Namen gemacht. Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper (CDU) unternahm den Weg nach Riepe, um sich in die Geheimnisse des Pferderennsports einweisen zu lassen.
 
„In der Zucht kann man nichts berechnen“, stellte Dr. Wiesner schon zu Beginn klar. „Chromosomen mit ihren Genen sind zu kompliziert, als dass man auch mit den ausgefeiltesten Computertechniken ein Erfolgsprodukt berechnen könnte.“ Manchmal muss allerdings eine längere Durststrecke überwunden werden, bis man ein weit überdurchschnittliches Rennpferd gezüchtet hat, dass die Klasse hat in den großen internationalen Rennen zu laufen und so das ganz große Geld verdienen kann.
Dazu kommt, dass die Zucht der englischen Vollblüter die einzige ist, die grundsätzlich noch im Natursprung gedeckt wird. Um Inzucht zu vermeiden und die Tophengste in Anspruch nehmen zu können, fährt Dr. Wiesner mit seinen Stuten zum Decken auch nach England oder Frankreich.
Das englische Vollblut gilt als frühreife Rasse und die Pferde werden bereits mit 1 ½ Jahren angeritten. Mit 3 bis 4 Jahren haben sie dann ihre höchste Leistungsfähigkeit, für den Einsatz auf der Rennbahn, erreicht.
Wiesner bedauerte, dass der Stellenwert des Pferderennsports in den letzten Jahren sehr zurückgegangen ist. Dabei sei das Pferderennen, nach Wettskandalen in der Vergangenheit, heute, durch Dopingtests und Videoauswertungen der Rennen, von Betrug ausgeschlossen. „Es ist doch toll, wenn man sich für 5€ ein Pferd kaufen kann, dass dann zwei Minuten für einen läuft und man die Chance hat bis zum hundertfachen des Einsatzes zu gewinnen“, ergänzte der Geschäftsführer augenzwinkernd.
Nur in Deutschland gibt es noch die Regelung der Züchterprämien. Von jedem Rennpreis, den ein Vollblutpferd gewinnt, bekommt der Züchter ca. 20% des Rennpreises, auch wenn das Pferd bereits verkauft worden ist.
Den Pferdebrand hält Wiesner für überholt: „Es ist zwar eine alte Tradition, aber sie hat keinen Vorteil gegenüber dem Chippen. Der Brand hat im Rahmen des Tierschutzes eigentlich keinen Bestand mehr“, so Wiesner. Dem zurzeit oft diskutierten Gedanken an eine Pferdesteuer erteilte Gudrun Pieper allerdings eine Abfuhr: „Im Pferdeland Nummer eins wäre der Schaden größer als der Nutzen.“

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