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03.09.2012, 10:06 Uhr
Schwere Zeiten
Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper besucht Schäferei Rose in Grethem
Grethem. 300km legt Stefan Rose jeweils jeden Herbst zu Fuß zurück, um seine Schafe von Norddeich wieder in die Heimat zu führen. Dass das Leben eines Schäfers nicht so romantisch ist, wie es oft den Anschein hat, erfuhr Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper (CDU) beim Besuch des Betriebes in Gethem.
 
Vor zwölf Jahren übernahm der Schäfer den Betrieb seiner Eltern, den er heute mit seiner Frau bewirtschaftet. Da in unserer Region nicht genügend große Weideflächen für die Schafe zur Verfügung stehen, bringen Rose, sein Mitarbeiter und 5 Hunde die 1200 bis 1300 Schafe an die Nordseeküste, wo sie den Sommer über zur Deichpflege eingesetzt werden. Sie verhindern nicht nur eine Versteppung. Durch ihren Tritt festigen sie den Untergrund und leisten damit einen aktiven Beitrag gegen einen möglichen Dammbruch.
Ca. 100 Schafe verbleiben in Grethem zur Ausbildung der Hütehunde.
Im Winter kommen alle hochtragenden Schafe zum Ablammen in den Stall, nichttragende Schafe können problemlos draußen überwintern. Tiere, die nicht zur Zucht geeignet, jedoch hochwertig im Fleisch sind, werden geschlachtet. „Nur der Verkauf der Lämmer bringt noch etwas ein“, bedauert Stefan Rose. „Schafwolle und Felle sind leider kaum noch etwas wert. Früher gab es noch gutes Geld für die Felle. Mittlerweile können wir froh sein, wenn die Felle kostenlos abgeholt werden.“ Auch die Zuschüsse der EU würden immer weniger. Dabei arbeitet der Betrieb streng nach EU-Richtlinien.
Die Chance einen Großabnehmer und damit eine gesicherte Einnahmequelle zu gewinnen, scheiterte kürzlich daran, dass die Kosten der Fleischbeschau pro Lamm im Umland um mindestens die Hälfte günstiger sind als in unserem Kreis. In Hannover z.B. werden pro Tier 3€ fällig, im Heidekreis staffeln sich die Kosten. Je nach Anzahl der Tagesschlachtmenge liegen sie zwischen 10,70€ und 5,50€. „Bei den Kosten bin ich nicht wettbewerbsfähig“, ärgert sich Stefan Rose. Gudrun Pieper versicherte sich über die Berechnungsgrundlage zu informieren und das preisliche Missverhältnis im Kreis zur Sprache zu bringen.
Rose zeigte der Abgeordneten auch das Kühl- und Schlachthaus. Denn bei der Schäferei Rose wird auf dem Hof, je nach Bedarf, auch kurzfristig, selbst geschlachtet. In dem kleinen Hofladen können dann freitags und samstags die schmackhaften Produkte, wie Lammschinken, -mettwurst oder –leberwurst sowie Frischfleisch, zu moderaten Preisen, erworben werden.
Positiv wusste der Berufsschäfer zu berichten, dass der Lammverkauf stetig zunimmt. Schon lange sind es nicht nur ausländische Mitbürger, die das Lammfleisch für sich entdeckt haben. Seine Kunden kommen aus Hannover, Bremen und sogar aus Hamburg.

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