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17.05.2010, 08:51 Uhr
Hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum sichern

„Die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen im Flächenland Niedersachsen hat für uns nach wie vor einen hohen Stellenwert“, erklärte die CDU Sozialpolitikerin Gudrun Pieper auf Nachfrage. Sie führte aus, dass in Niedersachsen derzeit rund 678 niedergelassene Ärzte fehlen. Die Landesregierung arbeitet intensiv an einer Verbesserung der Situation. Unter anderem ist ein Expertengremium („Runder Tisch“) zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung eingesetzt worden.
Zu den bereits beschlossenen Maßnahmen aus dem Entschließungsantrag Drs. 16/617 der CDU/FDP Fraktion vom 29.10.2008 zähle unter anderem, dass Mediziner im Rahmen ihrer ambulanten Weiterbildung jetzt von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen erhöhten Gehaltszuschuss bekämen. Darüber hinaus werde eine neue Koordinierungsstelle die Verbundweiterbildung im Interesse des hausärztlichen Nachwuchses landesweit vorantreiben und den Einstieg in den Beruf spürbar erleichtern. Außerdem startet Niedersachsen im Herbst ein Pilotprojekt, ein so genanntes Delegationsmodell (MoNi). Die ersten Standorte sind Vechta und der Landkreis Soltau-Fallingbostel – Gemeinde Schneverdingen. Dabei gibt der behandelnde Arzt seinen medizinischen Fachangestellten konkrete Vorgaben mit auf den Weg. So können diese u.a. Teil- und Folgeanamnesen, EKG und Inhalationen durchführen, Verbände anlegen, Blutdruck- und Blutzucker messen, Blut entnehmen oder Medikamente nach ärztlicher Verordnung verabreichen.
Patienten werden auf diese Weise umfassend versorgt, ohne dass Ärzte unter ständigem Zeitdruck zu Hausbesuchen unterwegs sein müssen. Ziel ist und bleibt die Konzentration der ärztlichen Tätigkeiten auf die Kernkompetenzen und Notwendigkeiten zu beschränken und die Stellung der Medizinischen Fachangestellten im Versorgungsgeschehen unter Supervision des Arztes zu stärken. Der zuständige CDU Landtagsabgeordnete Dr. Karl-Ludwig von Danwitz und die CDU Sozialpolitikerin Gudrun Pieper begrüßen es sehr, dass mit dem Pilotprojekt der Landkreis Soltau-Fallingbostel eine weitere Möglichkeit der medizinischen Versorgung erhält. „Gerade in ländlichen Räumen kann dies eine spürbare Entlastung für den Hausarzt bringen. Die qualifizierte Fachkraft unterliegt dabei ständiger ärztlicher Aufsicht. Zudem haben wir bereits auf Kreisebene mit der Einrichtung des Medizinischen Versorgungszentrums am Heidekreisklinikum Walsrode dafür gesorgt, dass die medizinische Versorgung sichergestellt bleibt. Ebenso setzen wir uns dafür ein, dass gezielt Stipendien für Studierende eingerichtet werden, die sich verpflichten, nach Abschluss der Ausbildung in einem schlecht versorgten Gebiet zu arbeiten“, bemerkten die Abgeordneten. Gleichzeitig sagte Pieper, dass im Juni ebenfalls eine fraktionsinterne Anhörung zum Stand der Hausärzteversorgung durchgeführt wird. „Hintergrund für uns ist, hier aktuelle Kenntnisse zu erlangen, um auf keinen Fall zu versäumen, notwendige Maßnahmen rechtzeitig zu tätigen. Der jetzt von der SPD erneut eingebrachte Entschließungsantrag Drs. 16/2405 erinnert lediglich daran, dass die lückenlose Versorgung mit allen notwendigen ambulanten medizinischen Leistungen in Niedersachsen sicherzustellen ist. Dabei wird außer Acht gelassen, dass sich bereits einiges, wie z.B. das Modellprojekt MoNi in der Umsetzungsphase befindet. Insofern unterstützt die SPD unsere Bemühungen, was ich begrüße“, so Pieper abschließend.

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