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16.08.2017, 08:44 Uhr
Passgenaue Förderinstrumente entwickeln
 Rethem. „Von einem Projekt dieser Art habe ich noch nie gehört.“ hörte man an diesem Vormittag des Öfteren, sichtlich beeindruckt, aus den Reihen der CDU-Landtagsabgeordneten des Bezirksverbands Nordostniedersachsen. CDU Spitzenkandidat Bernd Althusmann ließ es sich ebenfalls nicht nehmen nach Rethem zu fahren, um sich bei Geschäftsführer Dieter Moll über das einzigartige EGRA-Projekt zu informieren. Einmal jährlich bereisen die Abgeordneten zu einer bestimmten Thematik eine Region in Niedersachsen. Die diesjährigen Besuche, die in Celle und, unter der Leitung von Gudrun Pieper, auch im Heidekreis stattfanden, standen unter dem Thema Wirtschaftsförderung und Tourismus.
Entstanden 2013 aus einer Initiative von Rethems Bürgern und Unternehmen, hat sich die „Energie- und Gewerbepark GmbH & Co. KG Rethem/Aller“ (EGRA), mit der Sanierung des ehemaligen Toschi-Geländes, zu einem Leuchtturmprojekt entwickelt, das über den Heidekreis hinaus eine besondere Vorbildfunktion einnimmt. Die Schaffung von Arbeitsplätzen und die regionale Förderung der Wirtschaft in Rethem stehen bei der EGRA im Vordergrund.

Dafür wurde ein großer Teil des ehemaligen Toschi-Asbestzementwerks aufgekauft, vollständig von Asbest befreit und saniert. Da kommunal nur geringe Mittel zur Verfügung standen, wurden zur Anteilfinanzierung private Gesellschaftereinlagen herangezogen. Dieter Moll zeigte sich sehr zufrieden, dass mittlerweile Anteile in Höhe von über 1 Mio. Euro gezeichnet worden seien. Die erheblichen Zuwendungen aus Leader-, Bundes-, Landes- und Kreismitteln trugen zudem zum Gelingen des Projektes bei.

Was Dieter Moll für einen Zeitraum von 20 Jahren geplant hatte, konnte, auch dank des enormen ehrenamtlichen Engagements, innerhalb von 5 Jahren realisiert werden.

„Doch es war ein langwieriger Prozess Fördermittel von Bund und Land zu erhalten. Die Einordnung des EGRA-Ansatzes in die Förderprogramme erwies sich als äußert schwierig“, berichtete Gudrun Pieper ihren Landtagskollegen. Moll stimmte dem zu und wies darauf hin, dass es kein Förderinstrument gäbe, das speziell auf ehrenamtliche Gruppen zugeschnitten sei.  Sein Wunsch an die Abgeordneten: der Aufbau einer passgenauen Förderkulisse, die auch ehrenamtliche Ansätze der Wirtschaftsförderung abdecke. So könne ein wichtiger Beitrag für die ländliche Wirtschaftsentwicklung geleistet werden. Besonders die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze mache es aber notwendig, dass das Land mehr in die Wirtschaftsförderung investiere, merkte Bernd Althusmann an. Schließlich sei die EGRA nur ein kleiner, wenn auch innovativer Mosaikstein in der Förderkulisse Niedersachsens.

Das sanierte Gewerbegrundstück mit einer Reihe von Gewerbehallen ist mittlerweile komplett vermietet. „Unser Ziel 50 neue Arbeitsplätze zu schaffen, haben wir erreicht“, informierte Moll. „63 Personen sind nunmehr vollbeschäftigt. Es könnten aber noch mehr sein. Die ansässigen Firmen suchen aktuell noch eine Reihe von Mitarbeitern.“

Die Idee die öffentliche Hand zu entlasten, indem ehrenamtlich die Initiative übernommen wird, zeige die Besonderheit der EGRA und könne ein Vorbild für andere Gemeinden sein, sind sich die Politiker einig. Die zweite Phase, bestehend aus Sanierung bzw. Neubau von ehemaligen Lagerhallen auf einem Gewerbe-Nachbargrundstück, wird zurzeit vorbereitet.  Öffentliche Mittel wurden über das GRW-Programm (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) bereits angekündigt.  Ohne sie würde das Projekt nur schwer zu realisieren sein.

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