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31.07.2017, 10:30 Uhr
Regionale Produkte im Kommen
Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper auf Sommertour in Walsrode Walsrode. Regionale und ökologisch erzeugte Produkte sind bei Verbraucherinnen und Verbrauchern gefragt. Welche regionalen Produkte entstehen in unserer Region? Welche Trends gibt es? Wie geht es den landwirtschaftlichen Betrieben im Heidekreis? Dies sind nur wenige Fragen, mit denen sich die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper auf ihrer Sommertour in der Gemeinde Walsrode beschäftigt hat.
Auf der Streuobstwiese von Frank Baars und Anke Eitzmann-Baars in Schneeheide konnte sie gemeinsam mit den Mitgliedern des CDU-Stadtverbands Uta Paschke-Albeshausen, Rainer Pätzold und Roland Ehlers die Vielfalt der Apfelsorten entdecken und frisch gemosteten Apfelsaft probieren. Besonders die Erhaltung alter Apfelsorten hat es Familie Baars angetan: „Die alten Sorten sind teilweise viel resistenter gegen viele Krankheiten. Manche der älteren Apfelsorten haben einen wesentlich höheren Gehalt an Polyphenolen. Diese Äpfel können verträglich für Apfelallergiker sein“, erklärt Frank Baars. Aktuell werde eine Datenbank angelegt, in der die Apfelsorten und ihre Eigenschaften beschrieben würden, denn das Thema Apfelallergie werde immer wichtiger: Bereits 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeit - Tendenz steigend. „Mit Hilfe der Datenbank können Allergiker bald wieder unbedenklich in einen Apfel beißen“, freut sich Anke Eitzmann-Baars. Wer seinen alten Apfelbaum für die nächsten Generationen erhalten möchte, dem veredelt das Ehepaar auf Kundenwunsch den Baum. Ihr Wissen geben sie auch in Seminaren weiter. „Zukünftig möchten wir unsere Tore vermehrt für Touristen öffnen und Rundgänge anbieten. „Streuobstwiesen bieten nicht nur hervorragende regionale Produkte, sondern sie bieten auch den verschiedensten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Und: Nicht nur Tafelobst, auch Streuobst-Säfte sind gut für die Gesundheit“, bekräftigt Gudrun Pieper. Bei einem Zwischenstopp auf dem Hof der Familie Wehrhoff erfuhr die Landtagsabgeordnete, dass der Erlebnisbauernhof seinen Feriengästen, außer frischer Rohmilch und Eiern vom Hof, traditionellen Urlaub auf dem Bauernhof bietet. „Es gibt kaum noch Landwirte, die noch richtigen Bauernhofurlaub anbieten. Meistens gibt es einen kleinen Streichelzoo, aber keinen landwirtschaftlichen Betrieb mehr“, führt Sohn Andreas aus. „Bei uns ist das anders. Wir betreiben hier neben dem landwirtschaftlichen Betrieb mit 80 Milchkühen auch sieben Ferienwohnungen (u.a. auch rollstuhlgerecht). Unsere Besucher lernen durch unser Mitmach-Angebot was Landwirtschaft bedeutet.“ Die Gäste sind in das Hofleben voll eingebunden: Hühner füttern, Kälber tränken, Treckerfahren - wer möchte darf sogar eine Kuh per Hand melken. An circa 180 Tagen im Jahr sind die Ferienwohnungen ausgebucht. Doch der landwirtschaftliche Betrieb soll auch weiterhin erhalten und entwickelt werden. So sind zum Beispiel ein Melkroboter und neue Silolagerplätze in Planung. Weiter ging es nach Südkampen zum Alp’s Hof. Landwirt Jürgen Oestmann bietet Spargel, Heidelbeeren, Aroniabeeren und deren Produkte zum Kauf an. Der milde Geschmack des Aroniasaftes, fiel der Abgeordneten sofort positiv auf. Oestmann erklärte, dass dieser Geschmack allein bedingt sei durch das Pflücken per Hand. „Das ist die einzige Möglichkeit, um nur die vollreifen Früchte zu pflücken.“ Seine Produkte verkauft er weit über die Region hinaus und fährt sogar Wochenmärkte in Schleswig Holstein an. Als einziger bekannter Betrieb testet er momentan den Anbau von Quinoa. Das Pseudo-Getreide aus Südamerika ist in unserem Land zum absoluten Trend geworden. Jürgen Oestmann berichtet, dass die Preise in Südamerika bereits so hoch seien, dass sich selbst die arme Bevölkerung, für die die eiweißreichen Körner eine Nahrungsgrundlage darstelle, kein Quinoa mehr leisten könne. „So kam ich auf die Idee es selbst mit dem Anbau zu versuchen“, erläutert der Landwirt. Noch lassen die ersten Körner auf sich warten. Doch Oestmann ist zuversichtlich: „Es ist ein spannendes Experiment. Wer keinen Mut zu Neuem hat, bleibt auf der Strecke, denn heutzutage benötigt jeder Betrieb ein Alleinstellungsmerkmal, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“ „Die regionale Erzeugung von Lebensmitteln ist ein Thema, das angesichts der Zunahme der Billigvermarktung durch Discounter stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken muss“, macht Pieper deutlich. „Ich freue mich, dass heute immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher auf regional und ökologisch erzeugte Lebensmittel setzen.“ Mitentscheidend für die Zukunft regionaler Produzenten sei die Vermarktung vor Ort, auch in den hiesigen Supermärkten. Den krönenden Abschluss des Tages bot ein Besuch bei Meyer-Bräu in Hünzingen. Braumeister Bernd Meyer produziert und verkauft, auch in ausgewählten Supermärkten, in seiner Brauerei das „Schnuckenbräu“, das Gudrun Pieper und die Stadtverbandsmitglieder sofort frisch gezapft serviert bekamen. In Kooperation mit den McDonalds Finalen im Heidekreis wird „Schnuckenbräu“ seit kurzem auch dort angeboten. Die Brauseminare von Bernd Meyer, in denen bis zu 12 Laien ihr eigenes Bier brauen können, sind bereits bis Anfang des nächsten Jahres ausgebucht. Meyer bemängelt, dass es im Brauereihandwerk keinen Meisterzwang mehr gäbe. Jeder Hobbybrauer könne sich mit einer Brauerei selbstständig machen, ohne eine dementsprechende Ausbildung. „Es ist wichtig die Wertschätzung für diesen Beruf zu erhalten. In einer dreijährigen Ausbildung lernt man weitaus mehr über das Handwerk, als man sich zuhause aneignen kann“, fügt Bernd Meyer hinzu. Gudrun Pieper bestätigt: „Der Meistertitel steht für Qualität und Zuverlässigkeit. Dieses Know-how muss auch weiterhin geschützt werden.“

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