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06.07.2017, 18:28 Uhr
Pflegekammer verfehlt Wirkung
Rethem. Die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper besuchte im Rahmen ihrer Sommertour durch den Samtgemeindeverband Rethem die Sozialstation Aller-Leine-Tal und machte sich, gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Kathrin Rösel und weiteren Mitgliedern des CDU Samtgemeindeverbands Rethem, ein Bild von deren Arbeit im ambulanten Pflegedienst. Dabei erfuhr sie vieles über die Probleme der Pflegekräfte.
„Pflege ist eines der großen politischen Themen. Daher ist es mir wichtig die Situation vor Ort kennenzulernen“ erklärte die Abgeordnete ihren Besuch. Die Aufgabe der Sozialstationen ist es dabei, sich um die medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen zu kümmern. Doch junge Menschen für die Altenpflege zu gewinnen, sei äußerst schwierig. „Wegen der fehlenden gesellschaftlichen Unterstützung und der unzureichenden Rahmenbedingungen werben selbst ausgebildete Pflegekräfte nicht für ihren Beruf“, berichtet Pflegedienstleiterin Ina von Bothmer. Besonders in Rethem komme es jedoch zu Engpässen: „Heutzutage werden alte Menschen solange wie möglich in den eigenen vier Wänden gepflegt. Doch hier in unserer Samtgemeinde gibt es keine Alternativen zur Sozialstation. Die Nachfrage ist aber mittlerweile so groß, dass wir es nicht mehr leisten können.“ Momentan stünden bereits mehrere Personen auf der Warteliste. Von der neu errichteten Pflegekammer erwarten die Pflegekräfte allerdings keine Hilfestellung. „Wir haben das Gefühl als sei die Kammer durch Menschen entstanden, die nie an der Basis sondern nur vom Schreibtisch aus gearbeitet haben“, machen die Pflegekräfte ihrem Ärger Luft. Nach dem Gesetz müssen Pflegekräfte in Niedersachsen Pflichtmitglieder in der Kammer werden. „Eine Pflegekammer mit einer Zwangsmitgliedschaft und Zwangsbeiträgen schafft mehr Bürokratie und Zentralisierung, anstatt die essentiellen Probleme in der Pflege zu lösen“, macht auch Gudrun Pieper deutlich. „Die Pflegekammer verfehlt ihre Wirkung in jeder Hinsicht und hilft nicht den Beschäftigten in den Pflegeberufen. Angelernte Hilfskräfte können nicht Mitglied werden und stehen immer noch alleine da.“ Für die Abgeordnete sind Anerkennung, Wertschätzung und eine gute Bezahlung in der Pflege unerlässlich. Hierauf habe die Pflegekammer jedoch keinen Einfluss. „Sie können stolz auf das sein, was Sie hier leisten. Ihre Arbeit wird leider immer noch viel zu wenig geschätzt. Das müssen wir ändern und den Beruf attraktiver machen“, hob die Abgeordnete die Arbeit der Pflegekräfte hervor. MdB Kathrin Rösel ergänzte, dass mit dem neuen Pflegeberufsgesetz auf Bundesebene ein erster Schritt getan wurde. „Die Pflegeausbildungen Altenpflege und Krankenpflege werden ab 2020 in einer schulgeldbefreiten Pflegeausbildung zusammengeführt. Damit stellt man sich den veränderten Anforderungen und wertet die Altenpflege auf.“

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